Historischer Verein auf Bremen-Tour Museen und Ausstellungen in der Hansestadt und in Worpswede besucht | |||||||
NEURUPPIN Als Frank Riedel vom Brandenburg-Preußen-Museum Wustrau vor dem Historischen Verein der Grafschaft Ruppin einen Vortrag über das Schloss Karnzow hielt, war dem Verein klar: Wir müssen nach Bremen. Im Schloss Karnzow wurden einst Bilder der Bremer Kunsthalle ausgelagert. Sie kamen später in sowjetischen Besitz, kehrten aber wieder nach Bremen zurück. Und noch eines bewog den Verein, die Reise an die westliche See zu unternehmen. Dort wird in diesem Jahr der 100. Todestag der Malerin Paula Modersohn-Becker gefeiert. Sie war eine der bedeutendsten Vertreterinnen des frühen Expressionismus. Die Bremer Ausstellung sei eine gute Ergänzung zur Ausstellung "Freie Deutsche Kunst" im Neuruppiner Museum gewesen, resümiert die Vereinsvorsitzende Uta Land. | |||||||
![]() | Mit 37 Teilnehmern startete am 14. September der Bus nach Bremen. Am frühen Nachmittag waren die Ruppiner vor Ort und begannen ihre Geschichtsreise mit einer Stadtrundfahrt. Am Marktplatz mit dem Rathaus und dem St.-Petri-Dom befinden sich die repräsentativsten Bauten der mittelalterlichen Hansestadt. Der Bremer Roland, Symbol der städtischen Bürgerfreiheit, steht seit 1404 vor dem Rathaus (links). Nicht weit davon sahen die Vereinsfreunde das Denkmal der Bremer Stadtmusikanten von Bauhauskünstler Gerhard Marcks. Das Haus der Bürgerschaft, Beispiel der klassischen Moderne, und der "Schütting", ein Prachtbau der Renaissance, lagen ebenfalls auf der Strecke. Zu Fuß durchquerten die Ruppiner die Böttcherstraße, die der Kaufmann und Industrielle Ludwig Roselius zu einem pittoresken Gesamtwerk umbauen ließ und den "Schnoor", das restaurierte Wohnviertel der Fischer und Seeleute. | ||||||
Am zweiten Tag besuchte der Verein die Sonderausstellung "Norddeutscher Lloyd" im Focke-Museum. Die 1857 in Bremen gegründete Reederei Lloyd erhielt 1884 erstmals das "Blaue Band" für die schnellste Überquerung des Ozeans. Die Geschichte der Auswanderer interessierte die Vereinsmitglieder besonders. Zu Tausenden kamen Deutsche, Osteuropäer und Juden Ende des 19. Jahrhunderts und im 20. Jahrhundert nach Bremen, um nach Amerika auszuwandern. Die Ausstellung erzählt die teilweise tragischen Geschichten der Überfahrten. Um 1850 brauchte ein Schiff vier Monate nach Amerika, in den 1920er-Jahren waren es nur noch vier Tage. (Foto: Schnitt durch ein 4-Schornsteine-Dampfschiff) Am Nachmittag standen das Paula Modersohn-Becker Museum und das Museum im Roselius-Haus auf dem Programm. Beide Gebäude bilden ein außergewöhnliches Ensemble expressionistischer Architektur. Der Tag wurde mit einem festlichen Abendessen im Hotel Robben gekrönt. | ![]() | ||||||
![]() | Paula Modersohn-Becker starb am 20. November 1907 in Worpswede. Am Abreisetag besuchte der Historische Verein daher das Künstlerdorf und sah sich in den dortigen Ateliers und Galerien um. (Foto: "Frühling", von Heinrich Vogeler, 1898, Haus im Schluh) "So eine Fahrt dient auch dazu, sich persönlich näher zu kommen", so Reiseorganisator Günter Radies vom Historischen Verein. Sein Wunsch, dass die Gäste Zeit füreinander haben und gute Gespräche führen, ging in Erfüllung. uba Bild unten: Mitglieder des Historischen Vereins der Grafschaft Ruppin auf der Gartentreppe vor dem Barkenhoff in Worpswede. Fotos: Manfred Maronde | ||||||
25.09.2007, Märkische Allgemeine | |||||||
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