100 Jahre Klosterkirchtürme Neuruppin Festwoche vom 3. bis 8. Juni 2008 | |||||||
Die Evangelische Kirchengemeinde Neuruppin feierte das Jubiläum der Einweihung der Türme an der ehemaligen Klosterkirche St. Trinitatis eine Woche lang. Ein Orgelkonzert mit Matthias Eisenberg am Dienstag, Bläsermusik "con voce festiva" von solo bis vierchörig am Mittwoch, gregorianische Gesänge "Cantabant variis melodis" am Donnerstag und "Tasten - Tanz - Temperament" mit Orgelmusik, Modern Dance und Chor am Freitag, jeweils am Abend, belebten das alte Kirchengebäude. Am Sonnabend feierte der ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) ein Hof- und Straßenfest in der Klosterstraße (rechts). Abgerundet wurde der würdige Anlass mit dem Festgottesdienst am Sonntag. Der Historische Verein der Grafschaft Ruppin nahm das Turmjubiläum in zweierlei Form auf: Einerseits wurde eine Festschrift mit 48 Seiten und 94 Abbildungen von einer ehrenamtlichen Redaktion, vor allem, aber nicht nur, aus Pastoren und Lehrern, Berufstätigen wie Ruheständlern, seit September 2007 mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Diese Schrift wurde in der Kirche am frühen Freitagabend der Öffentlichkeit vorgestellt. Mit viel Fleiß vom Vereinsmitglied Peter Pusch (Regional Verlag Ruppin) gesetzt und der Firma Lübke-Druck zu Papier gebracht, liegt die Festschrift zum Kaufen, Lesen und Staunen vor. Andererseits wurde eine Ausstellung initiiert, zu der alle Neuruppiner und auch Auswärtige mit Heimatliebe eingeladen waren, Beiträge zu liefern. Und es kamen Dutzende von Ansichten zusammen: Echte Gemälde vom bekannten Maler Walter Kuphal (eines soeben mit Spendengeldern für das Heimatmuseum neu erworben, Foto unten), aber auch von unentdeckten Leuten wie einem Herrn Freese, Otto Schulze, Eberhard Zartmann und dazu ein Aquarell von Ulrich Kriele. Diese Kunstwerke sind auf Staffeleien in der Winterkirche ausgestellt, zusammen mit vielen Ansichten aus dem ganzen Jahrhundert bis heute an Tafeln und in Vitrinien. | ![]() | ||||||
![]() | |||||||
![]() | ![]() | ||||||
![]() | Die Fülle an Beiträgen machte es erforderlich, die Fotos im Gemeinderaum unter der Winterkirche auszuhängen, welche Amateurfotografen beigesteuert hatten. Eine Sonderrolle nehmen zwei Fotografien ein, die von Wandgemälden stammen, die verständlicherweise nicht zur Kirche transportiert werden konnten. Die Fotos können in den nächsten Monaten hier betrachtet werden. Frau Uta Land (links im Bild), die Vereinsvorsitzende, berichtete bei der Eröffnung der Ausstellung am Sonnabend, 7. Juni 2008, bei ihr habe sich zeitweilig ein Kunstdepot gebildet. Der Verein sei quasi zum Galeristen geworden. Sie dankte den Leihgebern für ihre Bereitschaft, sich für gut eine Woche von ihrem Wandschmuck zu trennen, und für viele gute Gespräche zu den Werken und deren Schöpfern. Den beiden Tageszeitungen "Märkische Allgemeine - Ruppiner Tageblatt" und "Ruppiner Anzeiger" und der Werbezeitung "Wochenspiegel" dankte sie dafür, die Aufrufe veröffentlicht und für den Besuch der Ausstellung geworben zu haben. Vereinsmitglied Dr. Helmut Behrendt (Foto oben rechts) schuf aus eigener Initiative und mit eigenem Geld eine Reihe von Text- und Bildtafeln, die an der Südwand während der Sommersaison zu sehen sein werden. Die Inhalte sind ähnlich seinem Heftbeitrag in der Festschrift. Sowohl die Heftpräsentation als auch die Ausstellungseröffnung wurden von Helfern der Kirchengemeinde begleitet, die mit belegten Brötchen, Kuchen, kalten und warmen Getränken für das leibliche Wohl zum Kunstgenuss und zur Heimatkunde sorgten. Der Erlös aus Spenden bei allen Veranstaltungen und aus dem Hefteverkauf (links im Foto Frau Ebert im Kundengespräch) kommt der Sanierung von Türmen und Kirche St. Trinitatis zu Gute. Die Klosterkirche am Ruppiner See ist dienstags bis sonnabends zwischen 10 und 17 Uhr sowie sonntags zwischen 11:30 und 17 Uhr geöffnet. | ||||||
![]() | |||||||
![]() | ![]() | ||||||
![]() | Vereinsfreund Frank Metzelthin als Aufsicht im Gespräch in der Winterkirche (oben). Fotoausstellung und Bewirtung durch Helferinnen im Gemeinderaum (links). Farbig von den Stadtwerken angestrahlt wurden die Kirchtürme zu Leuchttürmen in der lauen Sommernacht (unten). | ||||||
![]() | ![]() | ||||||
Wandgemälde von E. Plöntzig, 1914, im Haus Bahnhofstraße 13. Alle Fotos von Manfred Maronde. | |||||||