Gemeinsam Spurensuche betrieben
Gymnasiast Thomas Bernhardt referierte zur Geschichte der Neuruppiner Garnison

NEURUPPIN - "Eine Garnison ist ein Standort einer Besatzungstruppe", erklärte der 17-jährige Thomas Bernhardt und begann damit seinen ersten öffentlichen Vortrag im Neuruppiner Museum. An seinem mehrmaligen Räuspern und den leicht zittrigen Händen war zu spüren, dass er aufgeregt war. Doch das war am Donnerstagabend für die etwa 40 Besucher, die überwiegend dem Historischen Verein der Grafschaft Ruppin angehören, kein Grund, verärgert zu sein.
Thomas besucht die 12. Klasse des Karl-Friedrich-Schinkel-Gymnasiums und beschäftigte sich bereits im vergangenen Schuljahr im Rahmen eines Unterrichtprojektes mit dem  Thema "Garnisonen des 17. Jahrhunderts bis in die Gegenwart". "Es ist klar, dass die Insider unter uns einiges mehr wissen", sagte Uta Land, Vorsitzende des Vereins, aber eine Zusammenfassung sei immer gut. Dass der Schüler das Interesse der Gäste weckte, war nicht nur an ihren aufmerksamen Blicken zu sehen, sondern auch am zustimmenden Nicken. Immer wieder war zu spüren, wie die Besucher mental in die Vergangenheit zogen und so manchen Augenblick erneut erlebten: Sei es, als die Russen 1945 Neuruppin besetzten oder das Infanterie-Regiment 24 aus dem Krieg zurück kehrte und auf dem damaligen Paradeplatz jubelnd empfangen wurde.
Auch gab es einige unter den Besuchern, die noch mehr über Persönlichkeiten wie Hans-Joachim von Zieten, Ferdinand von Bredow oder Heinrich Johann Günter wussten, als nur den Namen.

Eine besondere Freude bereitete den Frauen und Männern die Reise durch die früheren Straßennamen Neuruppins. Da wurde heftig diskutiert, wo die Litzmannstraße gewesen war.  Wo genau lag sie im Bereich des Stadtparks? Ein älterer Herr war übe zeugt, sie habe in der Nähe der heutigen Wulfenstraße gelegen.  Ein anderer glaubte sie weiter außerhalb. Schließlich konnten sie sich doch auf ein kleine Straße einigen, die auf dem heutigen Stadtplan aber keine Bezeichnung mehr hat.

Es war ein Geben und Nehmen an diesem Donnerstagabend. Während Schüler Thomas Bernhardt Informationen von den Bürgern bekam, bewegte er selbst die Erinnerungen der Menschen.  Nicht nur seine Geschichtslehrerin Ursula Schulze war stolz auf die hervorragende Arbeit.  Auch die zahlreichen Kommentare am Ende des Vortrags zeigten, dass das Publikum Gefallen fand. So konnte Vereinschefin Uta Land dem jungen Mann nur noch alles Gute für das künftige Geschichtsstudium wünschen.
Bildunterschrift: Thomas Bernhardt weckte Erinnerungen. Foto: Brunnemann

21.03.2005 Ruppiner Anzeiger, Nicole Brunnemann
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