Das Heimatmuseum Neuruppin | |||||||
![]() | Bis zu diesem Sommer wurden in unserem Heimatmuseum die umfangreichsten Sanierungsarbeiten durchgeführt, die das Haus August-Bebel-Str. 14 - 15 und das in ihm untergebrachte Heimatmuseum je erlebt hatten. Das im Jahr 1865 im Neuruppiner Gymnasium erstmals eröffnete und seit 1911 in der Villa des Tempelgartens beheimatete Neuruppiner Museum zog im Jahre 1954 in das Doppelhaus August-Bebel-Str. 14 - 15 (Ludwigstr.). Dieses wunderschöne Doppelhaus baute sich im Jahre 1790 der damalige Bürgermeister Justizrat Noeldechen nach den Entwürfen des Baumeisters Bernhard Matthias Brasch. Bis 1938 wurde dieses Haus hauptsächlich nur als Wohnhaus genutzt, danach diente es als Sitz von Organisationen und Verwaltungsstellen. | ||||||
Am 16. August 1954 wurde das Museum im neuen Heim den Neuruppiner Bürgern durch die Eröffnung einer Sonderausstellung über die seit 1945 stark vergrößerte kulturhistorische Sammlung vorgestellt. Anlässlich der 700-Jahr-Feier zur Verleihung des Stadtrechtes im Jahre 1956 konnten im neuen Haus sieben weitere Räume eröffnet werden, davon drei Räume zur Vor- und Frühgeschichte und zum Mittelalter, zwei Räume zeigten sakrale Kleinkunst und Dokumente zur Stadtgeschichte, und je ein Raum war Theodor Fontane und Karl Friedrich Schinkel gewidmet. Bis zum Jahre 1958 war das Museum immer ehrenamtlich geleitet worden; erst mit der Einrichtung hauptamtlicher Stellen und eines Jahresetats wurde es möglich, Frau Lisa Riedel als Leiterin des Heimatmuseums Neuruppin einzusetzen. Frau Riedel, die kurz vor ihrer Pensionierung im Jahre 1986 mit dem wohlverdienten Titel "Obermuseumsrat" ausgezeichnet wurde, ist die entscheidende Prägung des Neuruppiner Heimatmuseums zu verdanken. Zusammen mit ihren Fachmitarbeitern und der leider viel zu früh verstorbenen Museumsgrafikerin Anneli Zimmermann gelang es ihr, aus dem kleinen Museum eine vielbeachtete und im In- und Ausland bekannte museale Stätte zu schaffen. Unter ihrer Regie bekam das Museum im Jahr 1964 drei weitere Räume zur musealen Nutzung von der Stadtverwaltung dazu, und im Jahre 1966 wurde das bis dahin als Magazin und für Sonderausstellungen genutzte Villengebäude des Tempelgartens gegen drei Räume im Haus getauscht. Nun konnten auch Sonderausstellungen im neuen Domizil durchgeführt werden. Das entscheidende Gepräge bekam das Haus ab 1980/81, als anlässlich des Jubiläums zum 200. Geburtstag Karl Friedrich Schinkels die gesamten Räume zur Straßenseite in der unteren Etage museal neu gestaltet wurden. In diesem, zusammen mit der Denkmalpflege konzipierten, besonderen farblichen und gestalterischem Stil wurden alle weiteren Veränderungen durchgeführt. Dazu gehören die im Jahre 1983 neu eingerichteten Fontaneräume und der Raum zur Geschichte der Neuruppiner Bilderbogen. Durch die Übernahme weiterer drei Räume im Jahre 1985 konnte das Museum wieder Sonderausstellungen präsentieren und an die weitere Gestaltung musealer Themen gehen. Nachdem Frau Irina Rockel Ende des Jahres 1986 die Leitung des Hauses übernommen hatte, wurde Anfang 1987 die noch durch Frau Riedel erarbeitete Ausstellung zur Geschichte der Kunsthandwerkersiedlung Gildenhall eröffnet. Ein Jahr später konnte die Ausstellung zur Vor- und Frühgeschichte des Ruppinschen Kreises erarbeitet und in zwei Räumen neu gestaltet werden. Zum Jubiläum des 125-jährigen Bestehens des Museums Neuruppin im Jahre 1990 bildete die Eröffnung einer durch Frau Rockel erarbeiteten Ausstellung über den Orientmaler Wilhelm Gentz den bisherigen Abschluss der grundlegenden musealen Gestaltung der Räume des Heimatmuseums. Diesem folgten noch die Ergänzung eines kleinen Raumes über den Aufenthalt des Kronprinzen Friedrich in Neuruppin und kleine Veränderungen, die den neuen politischen Verhältnissen Rechnung trugen. Durch diese, in den Herbsttagen des Jahres 1989 eingeleiteten, politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in einem nun einheitlichen Deutschland war es endlich möglich, für das Gebäude des Museums Neuruppin erstmals umfangreiche Sanierungsarbeiten in Angriff zu nehmen. Mitarbeitern des Museums und der Verwaltung gelang es im Jahre 1990, dass mit umfangreichen Fassadenrestaurierungen begonnen werden konnte (...). Im gleichen Jahr installierte (...) aus Berlin dem Museum eine Sicherheitsanlage, die den inzwischen drastisch gestiegenen Anforderungen gerecht wurde. Die Sanierung, einmal ins Rollen gebracht, schien sich nun fast zu verselbständigen: 1991 konnte leider erst nach dem Fassadenanstrich das große Dach des Museums neu gedeckt werden. Die (...) aus Gottberg legte denkmalsgerecht wieder Biberschwänze auf. Gleichzeitig ergänzte und reparierte (...) die fehlenden und schadhaften Vasen der Risalite. Die Rückfassade wurde nun ebenfalls verputzt und bekam einen Anstrich. Die übliche bauliche Vernachlässigung hatte sie in den vergangenen 40 Jahren in eine erbärmliche Verfassung versetzt. Erstmals war das gesamte Gebäude damit in einem ansehenswerten Zustand. Gegen Ende des Jahres ergab die Befürwortung von Fördermitteln die Möglichkeit, auch die seit acht Jahren zur Hälfte ausgefallene Heizung von (...) Neuruppin durch eine neue ersetzen zu lassen. Diese umfangreichen Arbeiten zogen sich durch die besonderen Verhältnisse in einem Museum zusammen mit den nun nötigen Malerarbeiten in allen Räumen bis zum Sommer des Jahres 1992 hin. Die Museumsmitarbeiter blieben dabei den Malern hart auf den Fersen und bauten schnellstens ihre Ausstellungen wieder auf, so dass zusammen mit einer neuen Sonderausstellung das Heimatmuseum am 14. Juni 1992 wieder für seine hoffentlich auch weiterhin recht zahlreichen Besucher eröffnet werden konnte. Ulrich Nickel Mitteilungsblatt Nr. 2 - Juli 1992, Seite 6 + 7 | |||||||