Karl Friedrich Bückling - der Erfinder der ersten deutschen Dampfmaschine | |||||||
Der heute leider in Vergessenheit geratene Karl Friedrich Bückling kam am 23. Juli 1750 als Sohn einer alteingesessenen Neuruppiner Kaufmannsfamilie zur Welt. Das Haus der Familie Bückling befand sich wahrscheinlich in der Rosenstraße. Es erscheint in dem Verzeichnis der 1787 abgebrannten Häuser als Haus der Bücklingschen Erben. Danach bestand es aus einem Wohnhaus mit zwei Flügeln und noch einem Quergebäude, es war also ein recht ansehnliches Anwesen. Bereits 1756 verzog die Familie nach Berlin, wo der junge K. F. Bückling die Schule besuchte. Nach der Schulzeit widmete er sich zunächst dem Bauwesen, ging aber dann auf Anregung des Freiherren von Heinitz zum Berg- und Hüttenfach über. Nach Abschluss des Fachschulstudiums reiste er im Auftrag der preußischen Regierung nach Frankreich, Skandinavien und England. In England galt sein ganz besonderes Interesse der ersten funktionstüchtigen Dampfmaschine des James Watt. Um praktische Erfahrungen über die Konstruktion und den Bau der Maschine zu sammeln, ließ er sich als Arbeiter in Watts Fabrik einstellen. Die preußische Regierung wusste von den Erkenntnissen des jungen Bückling zu profitieren; sie erteilte ihm den Auftrag zur Konstruktion einer Niederdruck-Dampfmaschine für eine Pumpenanlage. Dazu muss gesagt werden, dass im damaligen Bergbau die Entwässerung ein großes, kaum lösbares Problem darstellte. Als Bückling den Auftrag erhielt, litt der "König-Friedrich-Schacht" im Revier "Preußische Hoheit" bei Hettstedt an starken Wasserzuflüssen - um den zeitgenössischen Ausdruck zu verwenden: "Er war am Ersaufen." Eine moderne Pumpenanlage mit Dampfbetrieb schien seine letzte Rettung zu sein. Bücklings Modell fiel zur Zufriedenheit der Bergwerksbehörde aus, und so erhielt er den Auftrag zum Bau der großen Wasserhaltungsmaschine. Am 23. August 1785 konnte die Maschine betriebsfähig vorgestellt werden. Bücklings Dampfmaschine war die erste ihrer Art, die vollständig in Deutschland konstruiert und gebaut wurde und auch betriebsfähig war. Zu starker Kesselsteinansatz bewirkte jedoch, das die Maschine bereits nach kurzer Laufzeit stillgelegt werden musste, und Bückling reiste noch einmal nach England, um Möglichkeiten zur Abhilfe dieses Problems zu erkunden. Dort soll er abenteuerlichen Verfolgungen ausgesetzt gewesen sein, doch gelang es ihm nach seiner Rückkehr, die Schwierigkeiten zu beheben. Die Maschine leistete dann 60 Jahre lang ihren Dienst. Bückling baute noch eine große Anzahl von Dampf- und Bergwerksmaschinen im Dienste der preußischen Bergwerksverwaltung. Er bekam den Titel Oberbergrat verliehen und erlangte die Oberleitung des gesamten Maschinenwesens der Preußischen Bergverwaltung. Kurz nachdem er auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt worden war, verstarb er am 22. Februar 1812. Sabine Dallmann Mitteilungsblatt Nr. 3 - Januar 1993, Seite 9 + 10 | |||||||
Lesen Sie hierzu auch einen Zeitungsartikel: Preußen unter Dampf gesetzt Der gebürtige Neuruppiner Karl Friedrich Bückling läutete damit das Industriezeitalter in Preußen ein 15.11.2006, Ruppiner Anzeiger, Christian Schönberg | |||||||