Preußens große Schlachten
Gerd Heinrich bei Historischem Verein

NEURUPPIN  Die Schlacht bei Jena und Auerstedt 1806 hatte Preußen gegen Frankreich verloren.  "Es war eine Niederlage, kein Untergang", betonte Professor Gerd Heinrich in seinem Vortrag am vergangenen Donnerstag vor dem Historischen Verein der Grafschaft Ruppin. Trotz des starken Sturmes hatte sich der Historiker auf den Weg nach Neuruppin gemacht, um die Schlacht und deren Auswirkungen auf den preußischen Staat zu analysieren.

"Die Erfolge Friedrichs des Großen beruhten in erster Linie auf seinen Heerführern, die es genau wie er selbst verstanden anzuführen", so Heinrich. Friedrich Wilhelm III. indes sei ein militärisch unerfahrener König gewesen. Er habe über keine Strategie gegen die Franzosen verfügt, war selbst zu schwach, und seine Generäle waren überaltert. Außerdem ließ die Moral der Offiziere zu wünschen übrig. Kein Wunder, dass Napoleon so schnell mit den Preußen fertig wurde. Nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt rückte er am 24. Oktober 1806 in Berlin ein und begann seinen kulturellen Beutezug. Napoleons erster Weg führte ihn in die Garnisonskirche an das Grab Friedrichs des Großen, den er glühend verehrte. "Wir würden hier nicht stehen, wenn der König noch lebte", sagte er am Sarg des Preußenkönigs.

Napoleon verlangte viel von den Preußen. Neben den enormen Entschädigungs-Leistungen mussten sie ihn bei seinem Feldzug gegen Russland unterstützen. Und das, obwohl die Preußen Verbündete des Zaren waren.

Doch so hoch der Aderlass der Niederlage und des Tilsiter Friedens, bei dem Preußen die Hälfte seines Gebietes verlor, auch gewesen war - Berlin versetzte das einen heilsamen Schock, so Heinrich.  Das Land reformierte sich neu. Uba
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Bildunterschrift: Der Historiker Gerd Heinrich trotzte dem Sturm und analysierte in Neuruppin die Schlacht von Jena und Auerstedt. Foto: Uta Bartsch

23.01.2007, Märkische Allgemeine
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